Ich fuhr mit meinem Auto über die Landstraße, die ich jeden Morgen passierte, wenn ich zur Arbeit musste. Bei der Firma „Müller PD“ war ich Auszubildender. Ich wollte Detektiv werden, leider hatte ich aber noch nie richtig die Aufgabe ein Verbrechen zu lösen. Ich war immer nur mal hier und da dabei, ansonsten musste ich fast nur öde Schreibarbeit machen. Zu bedenken war, dass ich schon fast zwei Jahre meiner Ausbildung hinter mir hatte.

Aber als ich heute zur Arbeit fuhr, dachte ich: „Irgendwann bin ich auch mal dran.“ Ich fühlte, dass ich schon bald einen Fall lösen sollte. So komisch es auch sei, als ich heute das Zimmer meines Chefs betrat, sah er mich an und sagte: „Heute bist du dran.“ Da sah ich ihn verblüfft und überrascht zugleich an und fragte: „Aha…, wie meinst du das.“ Dabei wurde ich etwas rot. Er antwortete düster: „ Vor fünf Minuten bekam ich einen Anruf, an der Grand Zentral Station wurde ein Mann von der U-Bahn überfahren. Der Bruder des Opfers Micha Krull hat mich gebeten, dass einer von uns den Fall übernimmt und ich habe entschieden, dass du dich darum kümmerst. Er kam wenige Minuten später am Tatort zufällig vorbei. Jetzt kannst du zeigen, ob du alles verstanden hast. Ich schlage vor, du fährst gleich hin, Herr Krull wartet dort auf dich.

So machte ich mich auf den Weg, ich war ziemlich aufgeregt. Als ich an der Grand Zentral Station ankam, war schon alles abgesperrt. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Bruder des Opfers erfuhr ich, dass es sich bei dem Toten um Tobias Krull handelte. Er war 38 Jahre alt, verheiratet und hatte zwei Kinder. Mit dem Entschluss noch weitere Informationen über Tobias Krull einzuholen fuhr ich zurück in die Firma. Danach besuchte ich Hanna Krull, die Ehefrau des Toten. Ihr Haus war nur wenige Minuten von der Grand Zentral Station entfernt. Kurz nachdem ich bei den Krulls geklingelt hatte wurde mir die Tür geöffnet. Frau Krull stand da und schaute mich verwundert an, als ich ihr meine Visitenkarte zeigte, ließ mich jedoch herein. Drinnen fragte sie, was denn los sei. Da antwortete ich mit bedrückter Stimme: „Ihr Mann ist tot…er wurde von der U-Bahn überfahren.“ Sofort schossen Frau Krull die Tränen in die Augen und sie sagte: „Das ist nicht wahr oder…“ „Leider doch. Haben sie eine Idee, wer ihren Mann vor die U-Bahn geschubst hat, oder glauben sie, er hat es sich selbst angetan? Hatte er Feinde? Erzählen sie mal“, sagte ich, es war komisch fremde Leute so auszufragen, aber es gehörte zu meinem Beruf.

Ihre Antwort lautete: „ Ich habe keine Ahnung. Tobias war in der letzten Zeit wenig zu Hause. Aber warum sollte er sich vor die U-Bahn werfen, er hat zwei Kinder. Er fährt immer mit der U-Bahn zur Arbeit, er ist bei einer Versicherung angestellt.“ „Mehr wissen sie also nicht?“ Mit diesen wenigen Informationen verließ ich Frau Krull  und verabschiedete mich. Nachdenklich fuhr ich zurück in mein Büro, wo mein Chef mich fragend empfing: „ Wie war es?“ „Naja…“, sagte ich. „Ich werde mir mal sein Handy ansehen. Vielleicht hatte er ja noch eine andere Beziehung oder ein Problem gehabt. Seine Frau  konnte mir nämlich nichts Besonderes sagen.“ „ das mit dem Handy ist eine gute Idee “, sagte mein Chef.

Am nächsten Tag staunte ich nicht schlecht als ich die Daten des Handy`s von einem befreundeten Polizisten, der in diesem Fall ermittelte, bekam. Tobias Krull hatte eine Beziehung mit einer Susan Miel von der Frau Krull vor wenigen Tagen erfuhr. Mir erzählte seine Frau kein Wort davon. Manuel Miel, der Mann von Susan Miel, war daher ziemlich sauer auf ihn. Außerdem hatte Tobias Krull 50.000€ Schulden, bei wem war mir nicht bekannt. So ein Handy verrät doch ziemlich viel über eine Menschen. Nach ein paar Recherchen stellte sich heraus, dass er Schulden bei einem gewissen Ali Momack hat. Da ich nicht wusste, was für Schulden es seien, hatte ich ein komisches Gefühl im Bauch. Ich dachte, es könnte ein  gemeiner Abzocker sein, oder vielleicht täuschte ich mich auch und es waren nur normale Schulden. Aber es nützte ja  nun mal nichts, es war der Beruf, den ich immer haben wollte. Nun hätte ich doch lieber im Bagger gesessen, dafür schämte ich mich. Zum Glück war für heute erst mal Schluss.

In der kommenden Nacht konnte ich kaum schlafen, ich wollte nun doch endlich zu diesem Ali Momack. Ich glaubte zu 89% das er der Täter war, aber ich konnte ihn nun mal nicht einfach festnehmen lassen und sagen. „Du warst es, ich spüre es!!!“ Mit dem Gedanken gleich vor einem Mörder zu stehen, suchte ich schon vor Arbeitsbeginn Ali Momack auf. Meine Knie wurden schlagartig weich, nachdem ich die Klingel zweimal kräftig drückte. Kurz darauf sah ich durch das milchige Glas der Tür einen Schatten herantreten, dann wurde die  Tür geöffnet. Ich schaute genau in die Augen eines grimmigen Gesichts und schon tönte es: „ Was willst du???“ Ich versuchte freundlich zu bleiben und antwortete: „ Sind sie Ali Momack? Ich bin wegen den Schulden hier, die  Tobias Krull bei ihnen hat. Übrigens, ich bin Detektiv und wo waren sie eigentlich Montagmorgen  um ungefähr 9 Uhr.“ Die Antwort lautete: „ Ich bin Ali Momack, der Sausack Tobi schuldet mir noch 50.000 € und Montagmorgen war ich zu Hause bei meiner Mutter, wollen sie sie anrufen? Gibt es sonst noch etwas?“ „ Ja, warum hat er Schulden bei ihnen???“, fragte ich interessiert. Genervt sagte er: „Müssen sie das wissen, dass ist doch Privatsache oder nicht. Und außerdem was soll das hier überhaupt???“ „ Es ist wichtig!!! Herr Krull ist umgebracht worden!!!“,sagte ich ernst. „Das freut mich ja. Er hätte mir das Geld sowieso nie gegeben, er hatte es beim Pokern gegen mich verloren.

Die Mutter von Ali bestätigte seine Aussage.

Nun suchte ich am folgenden Tag den Auftraggeber auf, um weitere Informationen über die Beziehung in der Familie Krull zu erfahren.

Auf die Frage, wie es die letzten Wochen im Hause von Hanna und Tobias Krull zuging, wusste Micha Krull auch keine richtige Antwort, er sagte nur: „Tobias hatte wohl etwas Streit mit seiner Ehefrau.“ Von Susan Miel wusste er jedoch nichts. Aber er wollte wissen, ob es sich bei dem Tod seines Bruders um einen Mord, Selbstmord oder um einen Unfall handelte. Bis jetzt hatte ich zwar noch keinen eindeutigen Verdächtigen, aber aufgegeben hatte ich noch lange nicht. Denn eine Person musste ich ja noch befragen und so machte ich mich einen Tag später auf den Weg zu Manuel Miel. Ich hielt ihn für äußerst verdächtig, weil Eifersucht oder Rache ein häufiges Mordmotiv war. Er sagte aber nur: „Ich bin zwar wütend auf Herrn Krull und meine Frau, aber das ist kein Grund jemanden zu töten.“ Nachdem ich noch ein wenig mit Herrn Miel gesprochen hatte, fuhr ich nach  Hause. Zu Hause angekommen grübelte ich noch ob ich noch einmal weitere Verwandte des Toten aufsuchen sollte. Aber ich entschloss mich erst noch  einmal richtig nachzudenken.

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Da schoss es mir blitzschnell durch den Kopf, es muss Hanna Krull sein, sie hat all die wichtigen Sachen vor mir verheimlicht. Ihr Motiv ist: „Ihr Mann war kaum zu Hause, weil er eine Beziehung mit einer anderen hatte. Ebenso hatte er hohe Schulden, von denen Hanna Krull kurz vor dem Mord erfuhr. Wenn das nicht reicht“, dachte ich. Jetzt war mir alles klar, ich verständigte sofort die Polizei und ließ Hanna Krull festnehmen. Nach einem langen Verhör gestand sie den Mord an ihrem Ehemann. So wurde sie zu 12 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Um 22 Uhr rief mich mein Chef an und sagte: „Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Lösung deines ersten Falles, nun hast du deine Prüfung bestanden. Wenn du willst, hast du nun einen festen Arbeitsvertrag.“ Voller Freude und Glück antwortete ich: „Ich nehme das Angebot an.“ Das ich nun doch so schnell eingestellt wurde, hätte ich nicht gedacht.

(Lukas)

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