Vorgeschichte :

Es herrscht das Jahr 1996. Ich bin 15 Jahre alt und  heiße Davis Capelle. Ich lebe in der Grovestreet mit meiner Mutter. Es ist nicht die angesehenste Gegend in New York.

Hier wird gestohlen, gemordet, Geld gefälscht, gedealt und Zuhälterei betrieben.

Meine Mutter ist Lehrerin an der Happelten school, meinte sie auf jeden Fall immer. Letztens kam sie mit einem blauen Auge Nachhause. Da hab ich mich schon stark gewundert.

Sie meinte nur: ,,Ich bin hingefallen, mache dir keine Sorgen.’’

Da wir oft nicht das nötige Geld hatten, um Essen zu kaufen, machte sich meine Mutter oft Vorwürfe und weinte viel. Ich hatte durch die Umstände selbst angefangen , mir auf illegale Weise Geld zu beschaffen, um für meine Familie zu sorgen. Ich fing also im Alter von 15 an zu dealen, und es klappte sogar gut. Ich baute mein Territorium auf und konnte durch das Geld meine Mutter unterstützen. Die Leute, die ich kennen lernte, waren schon im Knast gewesen. Meine engsten Kollegen waren Big D, eigentlich heißt er Paul Drunk, und Jonny Carper. Zu dritt versorgten wir unser Revier und verteidigten es. Big D war schon Mitte 40 und damit der Erfahrenste.

Meine Mutter kam mit immer mehr blauen Flecken und einem geschwollenen Gesicht nach Hause. Ich fragte sie, was denn in Gottes Namen passiert sei  aber sie meinte nur , dass es ein Fahrradunfall gewesen war. Es täte aber nicht so doll weh, wie es aussieht . Ich gab ihr einen nassen Lappen zum Kühlen und ging ins Bett.

Gerade als ich mich am nächsten Tag mit Jonny traf, klingelte mein Handy: ,,Herr Capelle? Hier spricht der Leiter des Santaclaus Hospitals. Ihre Mutter wurde angeschossen, und ich weiß nicht, ob sie es schafft. Kommen Sie bitte her, sie wollte es unbedingt.“

Ich ließ mein Handy fallen, sprintete zur nächsten U- Bahn und war in innerhalb von 10 Minuten da. Als ich dort ankam, schüttelte der Doktor den Kopf und sprach mir sein Mitleid aus. Mit Tränen in den Augen sank ich auf die Knie. Ich hatte soeben meine Mutter verloren. Ich fuhr nach Haus, packte meine Sachen und verschwand aus New York.

 

 

Wir haben das Jahr 2016. 20 Jahre war es nun her, als meine Mutter erschossen wurde.

Da solche Dinge oft in der Grovestreet passieren, und die Cops korrupt sind, hatte sich niemand um den Fall gekümmert. 20 Jahre lang plagte mich schon das Gewissen, dass dieses Schwein wahrscheinlich immer noch lebt und draußen herumläuft.

Ich wollte es zwar nicht, aber ich musste es tun. Ich fuhr zurück in die Grovestreet, um den Mörder meiner Mutter zu finden.

Um 12 Uhr ging der Flug nach New York. Um 2 Uhr war ich dann angekommen.

Die Grovestreet war noch immer ein Drecksloch und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben.Ich fragte Jugendliche, ob sie wissen, wo Paul Drunk ist. Sie meinten, ich finde ihn da hinten in der Gasse, ich solle aber lieber anklopfen, sonst rastet er aus. Ich ging zur Gasse und traf auf eine große Kartonburg. Ich klopfte an. ,,Was wollen Sie?“, grummelte es aus dem Karton. ,,Ich will mit dir den Mörder meiner Mutter finden.’’ ,,Dave?!’’

Ein komplett dreckiger und fettiger Kopf guckte aus der Burg. Mit verdutzen Augen schaute mich ein Penner an. Doch er war es wirklich. Als er dann fragte, warum ich auf einmal weg war, erzählte ich ihm die Geschichte und dass ich nun den Mörder meiner Mutter finden muss. Zögerlich willigte er ein, mir zu helfen. ,,Lass uns zuerst zu meiner alten Wohnung gehen und Leute fragen, ob sie etwas über den Mord wissen.’’

Nach geraumer Zeit waren wir angekommen und die Straße war völlig menschenleer. Nur ein kleines Lichtlein war über meinem alten Heim zu sehen. Damals wohnte dort Rochelle Gimber, eine sehr gute Freundin meiner Mutter. Wir gingen das Treppenhaus hoch, in den zweiten Stock und klopften an die Tür.

Und tatsächlich machte die inzwischen 70-jährige Rochelle die Tür auf. ,,Ja bitte ?“

,,Hallo, Rochelle. Ich bin’s Davis Capelle.’’ ,,Ach du meine Güte, was hat dich denn in diese Gegend zurück gebracht ? Ach kommt erstmal herein.’’ Als wir dann in dem schlicht eingerichteten Wohnzimmer waren, beantwortet ich ihre Frage.“ Ich bin wieder gekommen, weil ich den Mörder meiner Mutter suchen will.“ „Das ist kein schöner Grund. Ich muss dir unbedingt etwas über deine Mutter erzählen.“ Gespannt hörte ich zu. „Erinnerst du dich, dass deine Mutter ständig mit blauen Flecken nach Hause kam und dass sie ständig weinte? Das waren alles keine Fahrradunfälle oder Geldsorgen. Deine Mutter war auch keine Lehrerin. Deine Mutter war eine Prostituierte.“

Ich verlor die Fassung, als ich das hörte, und fing an zu schreien.

„Was fällt dir ein, so etwas zu erzählen?!“

„ Das ist keine Lüge, Davis. Es ist nicht schön, aber man muss der Wahrheit ins Auge sehen. Vielleicht hilft diese Information dir auf deiner Suche.“

Ich brachte mich wieder zusammen und glaubte Rochelle, denn schließlich war sie die beste Freundin meiner Mutter, und wieso sollte sie sich das ausdenken?!

Ich gab D einen Schups, um ihn aufzuwecken, denn er war auf dem Sessel eingeschlafen. Wir verabschiedeten uns. Da kam mir aber noch eine Frage in den Sinn: „Wusstet du, für wen meine Mutter gearbeitet hat?“ „Ja, es war Joel Carper. Sein Bordell ist gegenüber von dem Döner-Ali. Dort wurde deine Mutter von der Kugel getroffen.“

Ich bedankte mich für die Informationen und ging mit D zum Bordell. Schon aus der Ferne konnte man es sehen. Wir gingen hinein und fragten bei der Bar nach Joel Carper. Der Barkeeper gab ihm Bescheid und kurz darauf stand ein mit einem weißen Pelzmantel und dazu passender Hose, Schuhe und Hut gekleideter, etwa 60jähriger Mann. „Guten Tag, mein Herr, gut, dass Sie uns ausgewählt haben. Wir haben die besten Frauen ganz Amerikas.“ „Oh, nein, deswegen sind wir nicht hier. Ich habe nur ein paar Fragen zu einer Ihrer ehemaligen Prostituierten. Ihr Name war Shani Capelle.“ „Oh, ja, an das kleine Flittchen erinnere ich mich noch sehr gut.“ Ich war voller Wut, aber ließ mir nichts anmerken. „Wie haben Sie sie behandelt?“ Mit einem stolzen Grinsen antwortete er: „Da sie ihren Job nicht gut machte, schlug ich sie und behandelte sie wie Dreck. Hinterher hat dann irgend ein Depp sie umgelgt. Wieso fragen Sie?“ Ich explodierte wortwörtlich und zog ihm eine rüber. Mit einer gebrochenen Nase und verzerrtem Gesicht schrie er mich, was das denn sollte. „Zufällig bin ich ihr Sohn! Ich habe nur noch eine letzte Frage. Hast du meine Mutter umgebracht?“

Joel Carper stammelte völlig entsetzt vor sich hin: „Ich, ähm.. war bei Ali gegenüber, als es passierte. Das kann er auch bezeugen.“

Ich ging rüber zu Ali, um mir die Aussage bestätigen zu lassen. Er sagte aus, dass Joel bei ihm war, als es passierte und damit war Joel aus dem Schneider. Ich fragte Ali, ob er den Täter sah. Er meinte, er hätte den Täter nicht erkennen können, weil er mit dem Rücken zu ihm stand. Er sah aber den damals siebenjährigen Nate, der ihn eigentlich erkannt haben müsste. Ich würde ihn zwei Straßen weiter im Park treffen.

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Als ich mich dann schon wieder auf den Weg machen wollte, meinte D, er müsse gucken, ob seine Kartonburg noch da ist. Er würde dann nachkommen. So machte ich mich allein auf den Weg zum Park. 10 Minuten später war ich dort und sah einen Mitte 20jährigen Dealer. „Nate, bist du es?“ „ Wer will das denn wissen?“  „Davis Capelle. Ich glaube, du hast mit 7 Jahren den Mordanschlag auf meine Mutter gesehen.“ „Ja, habe ich. Das hat meine Kindheit versaut.“ „Weißt, du, wer es war, Nate?“ „Ich glaube, alle nennen ihn Big D.“

Ich riss meine Augen auf, konnte es kaum glauben und fragte ihn: „Bist du dir ganz sicher?“

Als er das Wort „Ja“ über die Lippen brachte, sprintete ich so schnell, wie ich konnte, zu Big Ds Burg. Als ich da war, wollte er schon weglaufen, doch ich hielt ihn fest und stellte ihn zur Rede. „Wieso hast du meine Mutter getötet?“ Traurig berichtete er: „ Ich hatte mich in deine Mutter verliebt. Und ihr meine Liebe sogar mit Blumen gestanden. Doch sie lehnte meine Gefühle lachend ab. Ich war völlig außer mir. Ich hatte in diesem Moment nur einen Gedanken: Wenn ich sie nicht haben kann, darf niemand sie haben. So wartete ich bis sie Feierabend hatte und erschoss sie.“

Ich konnte es nicht glauben. Mein bester Freund tötete meine Mutter. Aus Trauer und Wut zugleich stach ich ihm mit einem Messer direkt in sein kaltes, armseliges Herz.

Zu meinem Pech fuhr ein Streifenwagen vorbei und die Cops nahmen mich fest. Vom Richter bekam ich eine lebenslängliche Haftstrafe.

Mein Name ist Davis Capelle. Im Alter von 35 rächte ich meine Mutter. Doch in Wirklichkeit befriedigte ich nur mein Gewissen, denn meine Mutter hätte es nie gewollt, dass ich jemanden töte. So werde ich in Trauer und Schuld hier sterben.

(Wolf)

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