Die Wolken zogen über das Dorf, das im Süden Englands lag, als würden sie niemals verschwinden und die Dunkelheit stand Kommissar Jack Davies mitten im Gesicht geschrieben. Man sah ihm an, dass er schlechte Laune hatte, denn sein Blick war vergrimmt. Er verließ sein Haus und machte seinen täglichen Morgenspaziergang. Er lief an dem Zeitungsständer vorbei, schaute auf die Schlagzeilen der Tageszeitung, bestellte sich einen Kaffee, setzte sich auf die Parkbank und machte sich auf den Weg zurück nach Hause.

Zu Hause angekommen, holte er sich ein Glas Wasser und setzte sich an seinen Schreibtisch, machte seinen Computer an und las seine E-Mails.

„Drei neue Nachrichten“, murmelte er vor sich hin. Er öffnete die erste Nachricht und las laut mit:

Hallo Jack Davies!

Wir bitten Sie, so schnell wie möglich zur Montaguestreet 2 zu kommen, wir bräuchten Sie mal wieder in einer Ermittlung. Genaueres erfahren Sie am Tatort.

Viele Grüße Mary MayLain

Davies ließ alles stehen und liegen, rannte zu seinem Oldtimer, der draußen vor seinem Haus stand und fuhr mit einem Stadtplan in der Hand zum Tatort.

„Hmmm, Montaguestreet, hier müsste es sein!“ Er parkte sein Auto in der nächsten Parklücke, stieg aus und ging zum Innenhof der Nummer 2.

Alles war abgesperrt. Er lief hinüber zu Mary, die Jack bereits aus dem letzten Fall kannte.

„Guten Morgen Mary, was gibt es, was ist passiert?“
„Guten Tag Jack, heute morgen wurden wir von einem Nachbarn alamiert. Es wurden sieben Tote gefunden, hier auf dem Innenhof!“

„Ach du grüne Neune. Hmmmm, irgendwelche Hinweise, die auf den Täter hinweisen können?“

„Ach, ja, genau, am Tatort befanden sich einige Glasscherben, die wir bereits ins Labor geschickt haben.“
„Gut, ich schau mich dann noch ein bisschen am Tatort um, ciao!“
„Auf Wiedersehen, ich rufe dich an, wenn ich die Ergebnisse habe.“

Kommissar Jack Davies ging hinüber zu den Mitarbeitern der Pathologie, die soeben eingetroffen waren. Sie unterhielten sich noch eine Weile, eine halbe Stunde später machte sich Kommissar Davies auf den Weg nach Hause .Er machte sich einen Cappuccino, setzte sich auf sein Sofa und schaltete die Tagesschau an.

Er wollte sich gerade zu decken, als das Telefon klingelte. Genervt meldete er sich: „Ja, hallo, mit wem spreche ich?“
„Klaus Dench am Apparat!“
„Klaus Dench?“

„Ja, der Mitarbeiter aus der Pathologie.“

„Ach so und wieso rufen Sie an? Haben Sie schon die Ergebnisse oder was?“

„Nee, noch nicht so ganz, aber wir bitten Sie zur Beerdigung der sieben Toten zu kommen, da der Täter eventuell auch dabei sein könnte.“
„Der Täter? Wieso sind Sie sich denn so sicher, dass es sich hier um einen Mord handelt?“
„Öööööhhh, das war nur so eine Vermutung, denn ich glaube nicht, dass es sich hier um einen Unfall, Selbstmord oder des gleichen handelt,“ erwidert der Mitarbeiter mit zitternder Stimme.

„Na gut, um wie viel Uhr an welcher Kirche?“
„12 Uhr, St. Lunas Cathedral.“
„Ok, ich werde da sein, auf wiederhören.“

Er legte auf und legte sich nach den Tagesthemen schlafen. Am nächsten Tag schien die Sonne auf das große Haus, es sollte ein perfekter Tag werden. Es war Freitag morgen genau acht Uhr, als sein Wecker klingelte. Er stand auf, zog sich an, frühstückte und machte sich auf den Weg zur Beerdigung. Am Kirchenplatz angekommen schaute er sich um, wer von den Bekannten bereits da war und wer nicht. Er stieß auf einen gewissen Michael Handrix, den Gärtner des Hauses.

„Guten Morgen.“
„Moin, wer sind Sie?“

„Kommissar und Ermittler Jack Davies, bin bereits seit 30 Jahren in diesem Job und werde auch diesen Fall aufklären.“
„Und was wollen Sie hier?“
„Ich werde den Täter schnappen, wenn es einen gibt.“
„Ah, ok.“
„Merkwürdig!“, erwiderte Jack.

„Was ist merkwürdig?“
„Sieben Tote!“
„Ja, es ist nicht nur merkwürdig sondern auch tragisch.“
„Denken Sie, die hatten einen Unfall oder haben Selbstmord begangen?“, fragte Jack neugierig.
„Ich weiß es nicht und es ist mir auch eigentlich egal, Tatsache ist, dass sieben Menschen nicht mehr am Leben sind. Es kann alles mögliche gewesen sein.

Selbstmord, Unfall, normaler Tod, Mord oder sonst etwas“, erwiderte der Gärtner mürrisch.

„Sie glauben ja wohl selber nicht, dass es sich hier um einen normalen Tod handelt, ich bitte Sie. Und sie haben sich bestimmt auch nicht gegenseitig umgebracht“, erwiderte ein grauhaariger Mann mit tiefer Stimme, der das Gespräch wohl belauscht hatte.

„Wer sind Sie denn, wenn ich fragen darf?“, platze der Kommissar dem Mann ins Wort.

„Ich, ich bin der Pastor, was für eine Unverschämtheit, was erlauben Sie sich eigentlich, haben Sie keine Manieren?“, erwiderte der Pastor mit lautstarker Stimme.

„Verzeihung, aber Sie sehen einem Pastor nicht mal annähernd ähnlich, Sie sehen eher aus wie der heilige Gott, der lange weiße Bart. Aber kein Pastor zieht ein Malerhemd und eine Latzhose zu einer Beerdigung an. Für wen halten Sie mich?“, erwiderte Jack fragend.

„Ach, das sagen sie alle.“
Die drei Männer verabschiedeten sich von einander und gingen in die Kirche, wo dann auch die Beerdigung statt fand.

„Der sah echt nicht aus wie ein Pastor, aber egal“, dachte Davies.

Nach der Beerdigung, lief er noch einmal rüber zum Gärtner.

„Eine Frage hätte ich dann noch mal!“
„Und die wäre?“
„Haben Sie irgendetwas am Tatort mitbekommen? Waren Sie zur Tatzeit grade im Garten oder was?“
„Ich bin jeden Tag im Garten, ich wohne im Nachbarhaus Nummer 4. Ich brachte meinen Müll draußen in die Mülltonnen, als ich auf dem Innenhofplatz die Toten bemerkte, ich war sehr geschockt, denn ich arbeitete mindestens schon 6 Jahre als Gärtner für diesen Wohnblock. Ich kann immer noch nicht mit dem Ereignis umgehen. Aber so ist es nun einmal“, sagte Handrix.

„Aha, danke, wenn du irgendetwas bemerkst, dann ruf mich an,“ sagte er, indem er eine Visitenkarte aus seiner Jackentasche holte.

„Auf Wiedersehen!“ Das waren die Worte, mit denen sie sich verabschiedeten.

„Viel weiter bin ich ja auch nicht gekommen.“, dachte Jack, als er in seiner warmen Stube saß und seine Torte verzehrte.

„Abwarten und Tee trinken!“, dachte er nur. Am nächsten Tag kam es ihm wieder so vor, als wäre er nicht weiter gekommen. Keine Informationen, keine Auflösung. Doch dann kam der entscheidende Telefonanruf, es klingelte.

„Hallo, Jack Davies, Kommissar und Ermittler, mit wem spreche ich?“
„Hi Jack, ich bin´s Mary!“
„Ach, hallo, habt ihr die Laborergebnisse?“
„Ja, haben wir, die Fingerabdrücke auf den Glasscherben weisen auf einen gewissen Malcom Gray hin, er wohnt im Nachbarshaus Nummer 4.“
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„Nein, das muss eine Verwechslung sein, das kann nicht sein. Sind Sie sich da wirklich sicher?“
„Ja, 100 Prozent! Wieso?“, erwiderte Mary.

„Ich weiß wer der Mörder ist! Komm so schnell wie möglich zum Innenhof der Montaguestreet!“ Ohne auf eine Antwort zu warten, legte der Kommissar kess auf, setzte sich in sein Auto und fuhr erneut zum Tatort. Lange musste er nicht auf Mary warten.

„Wer ist es, Jack?“
„Michael Handrix!“
„Michael Handrix, wer ist das?“
„Das ist der angebliche Gärtner des Hauses. Ich habe ihn auf der Beerdigung kennen gelernt, er meinte er wohne in der Montaguestreet 4, dass kann ja wiederum nicht stimmen, wenn dort ein gewisser Malcom Gray wohnen soll. Das heißt, er hat sich als Gärtner ausgegeben und hat sich aus Versehen verraten.“
„Wow, wir haben ihn, wenn er uns jetzt nicht mehr entwischt, dann haben wir auch diesen Fall mit Erfolg bearbeitet.“
„Achtung!“, rief Jack, während er Marys Satz unterbrach und zeigte auf den angeblichen Gärtner, der soeben das Haus verlassen wollte.

„Den schnappen wir uns!“
Sie rannten los, legten ihn auf den Boden, fesselten ihn und brachten ihn auf die Polizeiwache. Dort angekommen, fragten sie ihn erst einmal aus.

„Haben Sie die sieben Menschen umgebracht?“
„Ja“, antwortete er genervt.

„Warum?“
Eine Weile kam keine Antwort.

„Hallo, warum haben Sie es getan?“, wiederholte der Polizeibeamte die Frage noch einmal.

„ Also, ich hab mit ein paar Leuten gepokert, hab mein ganzes Geld verspielt und hatte viele Schulden bei Barrok Green. Er meinte, entweder ich zahle ihm alles oder ich musste etwas für ihn tun. Ich wählte die zweite Möglichkeit, da ich im Moment überhaupt kein Geld habe. Er meinte ich solle die 8 Bewohner des Wohnblockes umbringen, da sie ihn immer provoziert haben. Mir blieb keine andere Wahl, als sie zu töten.“, sagte er mit kleinen Pausen zwischendurch.

„Aber warum konnten wir keine äußerlichen Wunden feststellen?“
„Ich habe ein 12 Flaschen Bier gekauft, dort Gift rein geschüttet und ihnen gesagt, dass wir feiern müssen. Dann ging alles ganz schnell. Sie starben an verschiedenen Orten, da ich ihnen ja nicht alle gleichzeitig was zu trinken anbieten konnte. Die Leichen habe ich dann in den Innenhof geschleppt. Da der Gärtner des Hauses im Urlaub war, konnte ich mich tarnen. Ich habe mich extra anders genannt, als der echte Gärtner, damit ich erwischt werde!“
„Dann hättest du dich auch schon selber stellen können!“, antwortete der Polizeichef. „Nein, hätte ich nicht, da ich unter Beobachtung stand. Ein falsches Wort und ich wäre tot.“
„Aber dieser Barrok müsste es doch gemerkt haben, dass du den Namen genommen hast, oder?“
„Nee, dass hat er nicht gemerkt, da er den echten Gärtner nicht so gut kannte.“

„Ach so, trotz deiner richtigen Antwort, musst du die Strafe ausbaden, Barrok zeigen wir an, dann muss er auch ins Gefängnis, aber du kommst nicht dran vorbei, weil du ihm geholfen hast.“Ein paar Wochen später, war die Verhandlung. Barrok Green und Michael Handrix mussten beide lebenslänglich ins Gefängnis.

Mary und Jack machten sich nach diesem anstrengenden Fall auf den Weg zum Café, das zwei Straßen weiter in der Regenstreet stand. Sie hatten mal wieder einen Fall gelöst, jetzt haben sie sich ein paar freie Tage verdient, in denen sie einfach mal gar nichts machen müssen, doch dann, ein paar Tage später, kommt der Alltag wieder in Lauf und der nächste Fall wartet auf den Kommissar, die Detektive und die Crew.

(Neele)

 

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