Wieder hatte ich, Theo Tolde, einen Fall erfolgreich gelöst. Ich bin ein eher zierlicher Mensch, trotzdem haben die Ganoven Angst vor mir. Sie sehen mich nur und bekommen dann das große Bibbern. Dabei bin ich mit meinen 1,73 m und meinen 65 Kilo eigentlich kein Schrank. Deshalb habe ich mich schon oft gefragt, wovor meine Feinde Angst hatten. Und weshalb… „DRIIIIING!!!“ Da riss mich mein Telefon aus den Gedanken. Och nö… Es war mein Diensttelefon. Dabei dachte ich, dass ich endlich mal einen kleinen Urlaub machen konnte. Ich nahm ab und es sprach eine zarte Frauenstimme: „B-Bitte kommen sie sch- sch- schnell“ Sie klang, als hätte sie gerade erst 3 Tage lang geheult. „In die Lindengasse 4. Alles weitere erfahren sie vor Ort.“ Ich antwortete schlicht und einfach mit „Jupp“ und fuhr dann mit meinem Oldtimer-Käfer los.

Ich staunte nicht schlecht, als ich das Anwesen sah: Eine riesige Villa, mit riesigem Garten. 18 Zimmer hatte das Haus und 3000 m² Garten, wie ich später erfuhr. Ich ging also in das gesperrte Haus, nachdem ich mich nach einer kurzen Auseinandersetzung mit der Polizei, mal wieder etwas genervt fühlte. Ich hatte nämlich meinen Ausweis vergessen. Zum Glück hatte mich ein anderer Polizist erkannt und durchgelassen. Ich ging zum Butler, der mich zur Frau führen sollte, die mich vorhin anrief. Als wir endlich ankamen, fühlte ich mich, als sei ich einen Marathon gelaufen. “Mein Kompliment!“ sagte ich zur Frau, „Dieses Haus ist echt eine Wucht.“ Sie antwortete nicht darauf , sondern machte mir mit einer abgehackten Geste klar, dass ich ihr folgen sollte. Wir gingen also in den Nebenraum und ich sah, wie ein Mann reglos dalag, neben ihm ein Seil.  Dann fing die Frau an zu schluchzen. Ich versuchte sie zu beruhigen und setzte mich mit ihr an den kleinen Teetisch. „Danke Ingolf“ war das erste, was ich seit meiner Ankunft, wenn man das Schluchzen nicht mitnimmt, gehört habe. Ingolf hieß anscheinend der Butler. „Gehen Sie jetzt bitte.“ sagte die Frau, als Ingolf tatenlos rumstand. Er ging und ich begann zu sprechen: „Dann erzählen Sie mir mal alles über diesen Mann.“

Die Frau holte tief Luft, bevor sie begann zu sprechen:“ Er ist von Beruf Bankier, 43 Jahre alt, hat keine Geschwister, nicht viele, dafür enge freunde und eigentlich keine Feinde, da er alle möglichen Spendenaktionen hilft und sich für ein besseres Klima einsetzt, das heißt, eingesetzt hat. Außerdem bin ich seine Frau. Seine Eltern sind beide tot. Er hat auch außer mir keine Verwandten mehr.“ „Hm... Was wurde Ihnen geklaut?“ „All unser Erspartes von den letzten zehn Jahren. So um die 10.000.000 €uro.“ „Uiuiui… Das ist ne Menge Geld. Ich `schätze, Ihr Mann ist dem Dieb in die Quere gekommen und wurde deswegen von ihm erwürgt.“ Die Frau nickte nur. Auf einmal stürmte Ingolf herein. Naja, er ging, aber irgendwie doch stürmisch und sagte mit tiefer Stimme: “Ich habe draußen am Zaun etwas gefunden, das uns sehr nützlich sein könnte.“ Wir stürmten raus und der Butler führte uns zum Zaun, an dem etwas Schwarzes fest hing. Es war ein stück abgerissener Stoff von einem sehr feinen Anzug. „Ich denke, ich werde mal zu dieser Anzug-Firma fahren. Bis dahin, tschüß Frau…“ „Gungolf, mein Name ist Gisela Gungolf.“ „Ja, tschüß, Frau Gungolf. Tschüß Ingolf.“  Dann fuhr ich mit meinem Käfer zur Fabrik.

Als ich zum Direktor gelassen wurde, bat mich die Frau, mich kurz zu fassen, da der Direktor beschäftigt war. Schon vor der Tür hörte ich ihn heftig debattieren: „Warum verkauft sich dieser Mist denn nicht?“ Als ich nach einem knappen Klopfen rein kam, nickte er mich nur kurz hektisch zu einem teuren Ledersessel. Ich sah mich noch etwas um und entdeckte, dass hier überall der kuckuck klebte. Auf jedem Möbelstück in diesem Zimmer, ja sogar auf dem Teppich, klebte ein Schild wo draufstand: „Gepfändet.“ Das heißt dann wohl, dass diese Firma grade in der totalen Pleite ist. Als der scheinbare Italiener auflegte und meinen Blick bemerkte, wurde er traurig. „Meine Firma ist in der totalen Pleite… Dabei lief es die letzten Jahre so gut mit den Anzügen! Und jetzt?...“ „Jaja, aber deswegen bin ich nicht hier. Es geht um einen Mord und Raubüberfall.“ „Was? Sie sind ein richtiger Detektiv? Ist ja cool! Aber was führt Sie denn nun zu mir?“ „Nun, es gibt einen Stofffetzen als Beweisstück, der eindeutig von Ihren Anzügen stammt.“ „Aber das kann viel heißen. Ich bin ja trotz meiner Pleite nicht der einzige, der meine Anzüge trägt.“  „Ja, aber ich wollte sie fragen, ob Sie nicht irgendwelche Stammkunden haben.“ „Tut mir leid, aber ich habe in den letzten zweieinhalb Monaten keinen einzigen Anzug verkauft. Das heißt… doch! Letztens habe ich einen verkauft. Der Typ sah nicht aus, als hätte er viel Geld. Er hat auch auf raten bezahlt und hat mir dann aber plötzlich vor drei stunden die kompletten Schulden abbezahlt. Wenn Sie mir den Fetzen zeigen können, kann ich Ihnen vielleicht sagen, ob es das gleiche Modell ist.“ Ich gab ihm also den Fetzen und er schaute kurz nachdenklich drein. „Hm… es ist schwer zu sagen, aber ich erkenne die nebelgrauen Streifen wieder. Sie müssen wissen, dass ich bei meinen Anzügen immer verschiedenfarbige streifen machen lasse, wenn es verschiedene Modelle sind. Selbst wenn es nur ein winziger Unterschied im Grauton ist.

Also…“ „Zur Sache jetzt mal! Ich möchte nicht wissen, wie sie Ihre Anzüge colorieren, sondern ob es das gesuchte Modell ist.“ sagte ich mit strenger Miene. „Ja.“ antwortete er nur  maulig. „Hm…“ murmelte ich. „Können Sie mir seinen Namen und Adresse geben?“ „Aber ich bitte sie!!! Das ist streng vertraulich.“ Dann schwankte er aber plötzlich mit seiner Entscheidung: „Nun gut, mein Ruf ist sowieso schon hin, also was habe ich zu verlieren?? Hier nehmen Sie, ich schreib sie Ihnen auf.“ „Unter der Brücke 43?“ „Ja, das ist sie.“ „Gut. Vielen Dank und schicken Sie bitte diesen Anzug da an meine Adresse“, sagte ich mit einem Lächeln und zeigte auf einen teuren Anzug. Er strahlte über das ganze Gesicht und bedankte sich auch bei mir. Es gefällt mir einfach, anderen Leuten eine Freude zu machen.

Auf dem Weg zu Karl-Heinz Kümmelmeier (so hieß der Käufer und Verdächtige), überlegte ich mir auch schon, dass der Italiener der Täter sein könnte. Gerade jetzt, wo er Geldnot hat. Außerdem habe ich noch mal seine Akt5e gelesen: Er ist schon vorebestraft wegen Diebstahl und versuchten Mordes. Außerdem hängt er so an seiner Firma, dass er sie nicht einfach so aufgeben wird. Trotzdem, der Käufer des Anzugs ist auch sehr verdächtig. Ais ich nach langem Suchen  endlich die gesuchte Straße fand, sah ich, dass der Name gut passte: Es lagen Mülltonnen überfüllt und umgestoßen herum, überall standen Schlägertypen und die komischen Geräusche aus der Gasse wollte ich gar nicht wissen. Als ich endlich vor dem haus ankam, war ich verblüfft: Das Haus war kein Haus, sondern eine Hütte oder besser gesagt ein Schuppen. Die Tür stand offen, also ging ich einfach rein. Es war ekelhaft: In der Ecke stand ein verstopftes Klo, auf dem Boden eine Mikrowelle, es lagen über all Bierflaschen und Zigaretten und ein Mann, der aussah wie ein Penner, auf dem zerrupften Sofa. Als ich auf einer Bierflasche ausrutschte, wachte er schreckhaft auf, zielte mit seinem Finger auf mich und schrie: „Peng!!!“ Er guckte dann nur kurz verständnislos und ärgerlich auf seinen Finger und lallte dann: „Was wollen Sie?“ Ich zeigte ihm nur meine Polizeimarke und erklärte ihm dann den Einbruch und wie ich zu ihm kam. Er glotzte mich aus hervorquellenden Augen an und meinte, ich könne ruhig suchen.

Als ich suchte, fand ich einen Anzug! Er war kaputt! Allerdings war er auch tiefschwarz und hatte keine Streifen. Sonst fand ich auch nichts Besonderes: Haarfarbe, ne halbe Schere und ein paar Lollistiele. An der Wand waren einige Frauenphotos, Photos von ihm und seiner Mutter, seinem Vater, seinem Zwillingsbruder und seinem anderen Bruder. Außerdem waren noch schwarze Farbspritzer an der Wand. Ich fragte den jetzt auf dem Klo sitzenden: „Warum haben Sie sich denn diesen Anzug gekauft?“ „Ich wollte bei unserem Familientreffe besser aussehen. Und falls Sie sich fragen sollten, warum einer wie ich überhaupt dahin geht, ich bin nich‘ immer so besoffen.“ „Nun gut… Wann war denn das Familientreffen?“ „23. diesen Monats.“ „Also nicht am Abend der Tat. Hm…“ „Hören Sie auf zu brummeln, davon krieg ich Kopfweh … Außerdem hab ich sieben Zeugen, die Telefonnummern liegen auf der Mikrowelle. An dem Abend war ich nämlich auf `ner Party. Aber beeilen Sie sich, telefonieren kostet ne menge Geld.“

Ich rief die sieben Zeugen also an und wie sich herausstellte, kannte ich zwei davon sogar selbst persönlich. Alle konnten die gleiche Aussage bezeugen und bestätigen, dass Kümmelmeier an diesem Abend bei ihnen war. Ich verabschiedete mich also von ihm und fuhr nach hause, um in Ruhe überlegen zu können. Da war doch etwas, was nicht in diese ganze Geschichte reinpasste… Und dann fiel mir der Schuppen von den Augen! Ich raste sofort zum nächsten Polizeirevier und berichtete Kommissar Glommel meine Auflösung:

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„Ich habe endlich die Erklärung für den Mordfall an Herrn Gungolf!!!!“ schrie ich dem Kommissar ins Gesicht. „Jaja, aber beruhigen sie sich mal. Sie sind doch sonst auch nicht so aufgeregt.“ „Weil ich noch nie so einen spannenden Fall hatte.“ meinte ich. Ich holte tief Luft, bevor ich sprach: „Es fing an, dass Herr Gungolf umgebracht wurde. Der Mörder war ein Profi, da er keine Spuren hinterließ und weil das Seil so faserig war, konnte man auch daran keine Fingerabdrücke erkennen. Ich musste mir also aus dem Stofffetzen zusammenrechnen, wer der Täter ist. Ich fuhr also zu dem Besitzer der Firma, der diese Anzüge herstellt. Er war schon vorbestraft, aber nicht der Täter, auch wenn er ein eindeutiges Motiv hätte, da seine Firma pleite ist. Zumindest erfuhr ich von ihm, wer der Käufer dieses Anzuges war: Karl-Heinz Kümmelmeier! Ich fuhr also zu diesem Typen und ich kann ihnen sagen, dass das kein Vergnügen war! Der Typ sah aus wie der letzte Penner. Bei ihm lag alles kreuz und quer und es stank nach einem unidentifizierbaren Geruch.

Jedenfalls fand ich das gesuchte Anzugmodell, nur das es tiefschwarz war. Allerdings fand ich auch Sprühflaschen und schwarze Farbstreifen an der Wand. Demnach wurde der Anzug schwarz angesprüht. Allerdings hatte der Verdächtige auch sieben Zeugen, wovon ich zwei sogar persönlich kenne. Was ich dann allerdings fand, war das wohl wichtigste Beweisstück: Fotos von seiner Familie!“ „Ja und?“ „Lassen sie mich doch erstmal zu ende reden. Ich sah, dass er einen Zwillingsbruder hatte, schnallte es aber erst auf dem Rückweg. Und jetzt, da ich sicher bin, dass er der Täter ist, brauche ich Unterstützung um ihn festzunehmen. Also fahren wir los!!!“ sagte ich mit Begeisterung. Glommel funkte kurz noch mal Herro Iin an, seinen Assistenten, dass er mit zwei Streifenwagen zum Verdächtigen fahren soll, aber leise. Als wir in dem Haus von Kümmelmeier ankamen, kotzte er gerade in seine verstopfte Toilette. Er sah zu uns auf und es gab ein kurzes Gerangel, als wir sagten, er sei verhaftet. Trotzdem fingen wir ihn und er gestand alles. Er brauchte das Geld für eine wichtige Operation. Das war ein tief sitzender Grund, aber es blühten ihm trotzdem 13 ½ Jahre Gefängnis, wegen Diebstahls und Mordes.

(Gabriel)

 

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