Ina Mawar saß in ihrem Büro hinter dem massigen dunklen Schreibtisch. Die grauhaarige Kommissarin des Stockholmer Morddezernats wartete auf Neuigkeiten. Wie langweilig, dachte Ina. Aber der Dienstschluss rückte in Sicht. Seit sie zurückdenken konnte, war sie bei der Stockholmer Polizei und hatte schon weitaus mehr als dreißig Dienstjahre hinter sich. Da kam der ersehnte Anruf. Die Kommissarin meldete sich und sprach mit einem Wachtmeister aus einem Villenviertel am Stadtrand. Nachdem sie aufgelegt hatte, rief sie ihrem fünfundzwanzig Jahre jüngeren Assistenten Lars Larsen zu, den Wagen bereit zu machen.

Nach einer halbstündigen Fahrt parkte Lars den Wagen auf der Einfahrt einer Villa. Auf der Einfahrt standen mehrere Polizeiwagen und als die beiden Polizisten sich der monumentalen Villa aus weißem Marmor näherten, erkannte Ina vor dem Haus einen Fuhrpark von Luxuskarossen auf dem Kies. Nach dem Vorzeigen ihrer Dienstmarken wurden Ina und Inspektor Larsen in die Eingangshalle der Villa gelassen.

In der Eingangshalle befanden sich nebst zahlreichen Polizisten auch zwei Dutzend Damen und Herren in teuren Smokings und prächtigen Ballkleidern, die ziemlich schockiert aussahen. Offensichtlich hatte ein unerwartetes Ereignis eine Party der High Society gesprengt. Dann wurde Ina von einem Polizisten, der sich als der Anrufer von vorhin herausstellte, in einen Nebenraum geleitet. Der Nebenraum war wie die Eingangshalle sehr prächtig und in weißen Marmor gehalten. Eine Wendeltreppe führte in die Privatgemächer des Hauseigentümers. Ein geöffnetes Fenster sorgte für unangenehme Kälte im Raum. Genau am Fuß dieser Treppe lag der Tote.

Bei der Leiche handelte um einen mittelgroßen Mann mittleren Alters, der außerordentlich durchschnittlich ausgesehen hätte, wenn er nicht einen markanten weißen Smoking mit einem violetten Hemd darunter getragen hätte. Der blendend weiße Stoff bildete einen extremen Gegensatz zu der roten Blutlache, die sich am Rücken des Opfers befand. Neben der Treppe war eine Vitrine mit antiken Messern. Offensichtlich ein Faible des Toten. Ina stellte auf den ersten Blick fest, dass der Tote erstochen wurde.  “Wer ist der Tote?”, fragte sie den Wachtmeister. “Es handelt sich um Ibrahim Ovic, einen schwedischen Geschäftsmann mit jugoslawischen Wurzeln.” Jener Ibrahim Ovic war als junger Mann, gegen Ende der Achtziger, aus dem damaligen Jugoslawien nach Schweden gekommen und hatte auf recht dubiose Weise ein Geschäftsimperium aufgebaut. Ihm konnten aber keine kriminellen Machenschaften nachgewiesen werden, mittlerweile war er ein vorbildlicher Geschäftsmann. Eine laut schluchzende Frau betrat den Raum. Sie war groß, hatte dunkle Haare und erwies sich aufgrund ihres dunklen Teints als Südeuropäerin. Ihr Name war Isabella Clarini, ein ehemaliges Model aus Italien, die jetzt erfolgreich als Schmuckdesignerin ihr Geld verdiente. Sie hatte Ibrahim Ovic vor drei Jahren geheiratet und die Beiden hatten als Traumpaar der Stockholmer High Society gegolten. Nun wurde sie von einigen Gestalten aus der Eingangshalle getröstet. Offensichtlich hatte Ibrahim Ovic eine Party veranstaltet. Ina erkannte, dass mittlerweile auch Experten der Spurensicherung eingetroffen waren. Sie ließ sich Überzieher für die Schuhe und Handschuhe geben, dann stieg sie die Treppe hoch. Ungefähr am unteren Drittel begann die Blutspur- dort musste der Tote erstochen worden sein. Doch die Kommissarin bemerkte, dass das Blut noch flüssig war, während es an der Leiche selbst schon geronnen war. Das erschien ihr merkwürdig, aber sie ignorierte es. Der Mörder musste von oben gekommen sein, also aus den Gemächern der Bewohner. Das machte die Frau sogleich verdächtig, aber es gab noch andere Möglichkeiten.

Ina blieb noch eine Stunde am Tatort und befragte einige der Gäste und auch Isabella Clarini, die sich inzwischen wieder beruhigt hatte. Als sie ging, hatte sie sechs Aussagen, eine Liste aller Partygäste sowie der Hausangestellten, aber keinen Hinweis.

Drei Tage später war die Kommissarin auch nicht viel weiter. Ein gerichtsmedizinisches Gutachten lag vor, das besagte, der Tote sei ungefähr eine Stunde vor dem Eintreffen der Kommissarin gestorben, einen Zeitpunkt, für den die Ehefrau ein Alibi hatte. Sie hatte sich mithilfe ihres Dienstmädchens für die Party vorbereitet und das Haus für die Feier vorbereitet und dekoriert. Dann kamen auch schon die Gäste. Der Herr des Hauses war aber nicht zugegen, weshalb Frau Clarini zu den Gemächern gehen wollte. Dort fand sie die Leiche ihres Mannes. Die Gäste hatten also ebenso ein Alibi, denn beim Betreten des Hauses war Ovic schon tot gewesen.

Die Gästeliste selbst war recht interessant, aber gab auch wenig Aufschluss. Fast alle Gäste waren der Polizei nicht unbekannt, galten aber als Freunde der Familie. Alle Hausangestellten waren mit der Vorbereitung der Party beschäftigt gewesen und waren so außer Verdacht.

Ina hatte einen Verdacht, dass hinter dem Mord ein tieferer Grund lag und das die Gegenwart der kompletten kriminellen Elite Schwedens am Tatort kein Zufall sein konnte. Deshalb war sie jetzt auf dem Weg zu einer ganz besonderen Informationsquelle. Sie steuerte ihren Privatwagen, eine graue Volvo-Limousine, in ein recht zwielichtiges Viertel in der Innenstadt. Dort hielt sie vor einem Restaurant und Nachtclub. Es war gerade Nachmittag und der Club war leer. Nur ein Kellner stand hinter der Theke und bereitete den Club auf den Ansturm in wenigen Stunden vor. Er fragte sie mir rauer Stimme: “Was wollen sie hier, alte Schachtel? Der Schuppen macht erst in drei Stunden auf und sind doch ein bisschen alt für so was.” Ina blieb gelassen und antwortete: “Bringen sie mich zum Boss- sagen sie ihm, Ina ist da.”

Verwirrt ging der Angestellte in die Hinterzimmer des Ladens und kam wenig später wieder. “Sie werden bereits erwartet.”

Kurz darauf kam Ina in ein völlig überfülltes, aber luxuriös eingerichtetes Büro und sah sich einem gewaltigem Mann gegenüber, der sich gemütlich in einem Sessel lümmelte.

“Hallo Siram”, grüßte Ina. Der Mann erhob seinen massigen Körper und umarmte die schlanke Frau. “Ina!”, dröhnte seine tiefe Bassstimme. “Ich hab dich ja ewig nicht mehr gesehen. Kommst du nur zum Spaß oder brauchst du meine Hilfe?” Der Mann war Siram Reshiff, ein aus Marokko eingewanderter Mann, der eine schillernde Persönlichkeit der Stockholmer Unterwelt war, aber er war eigentlich ein herzensguter Mann, der mit Ina schon ewig befreundet war. Sie kannten sich seit Inas ersten Fall, in dem sie gegen ihn ermittelt hatte. Aber Siram war zwar ein Krimineller, aber hatte sich nie einen Mord zu Schulden kommen lassen.

Er handelte lediglich mit allem, wofür Menschen Geld bezahlen.

“Ich hab einen Fall in Kreisen, in denen du dich auskennen solltest. Ibrahim Ovic wurde ermordet. Hier ist die Liste der Verdächtigen. Übrigens, sehr freundliches Personal hast du.”

Siram lächelte und überflog die Liste der Partygäste.

Dann meinte er: “Die Namen kommen mir alle bekannt vor.  Einige sind sehr bekannte Gestalten der Unterwelt. Dieser Ovic hing auch in ein paar Sachen mit drin, aber die hier sind fast alle härter. Es gibt seit einiger Zeit Gerüchte, dass ein paar große Köpfe eine riesige Ladung Kokain aus Übersee empfangen sollen, um dann die Preise auf dem Markt in Grund und Boden zu treiben. Aber anscheinend hatte einer alleine nicht genug Kapital und so haben sie sch verbündet. Vielleicht wollte Ovic aussteigen und die Anderen haben ihn umgebracht, oder ein Einzelner bringt nach und nach alle um, um sich den Gesamtgewinn zu sichern. Diese zwei Vermutungen habe ich. Oder seine Frau war es, weil sie entweder ihn oder er sie betrügt. Das kann auch sein. Hoffe, ich hab dir geholfen.”

“Ja, danke Siram. Ich ruf dich an, wenn ich was Neues hab.”

Sie verabschiedeten sich und Ina fuhr wieder ins Polizeipräsidium. Sie kontaktierte den Leiter des Drogendezernats, um ihn zu informieren, dass möglicherweise ein großer Deal ablaufen würde. Das habe sie aus verlässlicher Quelle erfahren. Dann veranlasste sie die Überwachung einiger der Männer, die Siram als Teilnehmer des Deals vermutete. Ihr blieb nicht als abwarten, bis sie am nächsten Morgen einen Durchsuchungsbefehl erwirkt hatte. Dann brach sie mit Lars Larsen und vier weiteren Polizisten zur Villa Ovic’ auf. Sie ignorierten die völlig überraschte Ehefrau, hielten ihr nur kurz den Durchsuchungsbefehl unter die Nase, dann durchsuchten sie den ganzen Vormittag lang die Zimmer des Toten nach Informationen und auch nach der möglichen Tatwaffe.

Sie beschlagnahmten dutzende von Ordnern und zwei Laptops sowie einen Computer, außerdem zwei Handys. Der größte Coup gelang einem Beamten, der den Garten und das Haus von außen untersuchte. In einem Blumentopf direkt unter dem Fenster zum Tatort fand er ein mittellanges Messer, an dem noch Blutspuren waren.Dass sich bei der Klinge um die Tatwaffe handelte, bezweifelte keiner der Polizisten. Alle Indizien wurden ins Labor gebracht, während Ina sich mit den Beschattern der Verdächtigen in Verbindung setzte. Im Verlauf der letzten zwölf Stunden hatte es Versammlungen in kleinen Gruppen, nie aber mehr als vier, gegeben. Anscheinend hatte Siram Recht mit dem Deal. Dann aber kam ein Ergebnis aus dem Labor. Es gab Fingerabdrücke von Isabella Clarini auf der Tür der Vitrine, aus der das Messer stammte. Außerdem fand man auf Ovic’ Handy eine SMS von einer Dame, in der sie sich bei Ovic für eine Liebesnacht bedankte. Alle Indizien deuteten auf die Ehefrau des Toten. Vermutlich hatte sie von seiner Affäre erfahren und ihn getötet. Wie, stand noch nicht fest, hatte sie doch für den Zeitraum des Todes ein Alibi. Jetzt jedoch nahm Ina den Inspektor und zwei Kollegen mit und sie verhafteten Isabella Clarini, die aus allen Wolken fiel, wegen Mordes. Sie wurde abgeführt und ins Polizeipräsidium gebracht. Dort geleiteten Ina und Lars sie in den Verhörraum, wo sie den beiden Polizisten Rede und Antwort stehen musste. “Nun”, begann die Kommissarin, “an der Tatwaffe wurden Ihre Fingerabdrücke gefunden, Frau Clarini, und Sie haben ein eindeutiges Motiv: Ihr Mann hat sie betrogen. Ich vermute, Sie haben ihn mithilfe eines Helfers gefesselt und dann mit dem Messer verletzt haben, um ihn verbluten zu lassen. So hatten Sie für den Zeitpunkt der Mordes ein Alibi. Aber die Tatwaffe haben sie laienhaft versteckt.” Isabella Clarini sah die beiden Beamten empört an. “Ich war es nicht! Ich wusste zwar von seiner Affäre, aber ich könnte Ibrahim nie umbringen. Wenn sie glauben, dass ich seinen Tod absichtlich verzögert hätte, um ein Alibi vorzuweisen, dann müssten sie mich doch für schlau genug halten, die Waffe verschwinden zu lassen. Jemand will mir etwas anhängen!”

Ina konnte nicht anders, als der simplen Logik der jungen Frau zuzustimmen. Außerdem wäre es eine zu einfache Lösung gewesen. Ihr Verdacht fiel wieder auf die Gäste. “War irgendeiner der Gäste besonders früh oder sehr spät da?”

“Ja, da fällt mir wieder etwas ein. Michael Dusgrave und Peter Erickson kamen erst eine Viertelstunde nach den Anderen. Da hatten wir die Leiche schon gefunden. Sie sagten, es hätte einen Stau auf der Autobahn gegeben, weshalb sie zu spät gekommen waren.” Ina grübelte kurz nach. “Als wir über die Autobahn fuhren, was ja ungefähr eine halbe Stunde später war, war weit und breit kein Stau. Aber ich werde mal bei der Verkehrsverwaltung anfragen.” Sie wandte sich wieder der Verdächtigen zu. “Nun, Frau Clarini, Sie sind erst einmal auf freiem Fuß. Ihr Pass ist gesperrt und Sie sollen sich bitte täglich melden. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie in Stockholm blieben oder zu mindestens den Schlüssel hinterlegen würden. Sie können gehen.” Ina ließ die völlig aufgelöste Italienerin nach Hause bringen. Dann meinte sie zu Lars: “Wir sollten Erickson und Dusgrave mal unter die Lupe nehmen. Ich kümmere mich um die Akten, Sie kontaktieren die Leute, die die beiden überwachen und lassen sie hier hin bringen.”

Zwei Stunden später hatte die Kommissarin alles über Dusgrave und Erickson herausgefunden, was in den Archiven der Polizei zu finden war, einschließlich eines kurzen Telefonats mit Siram.

Als Lars wiederkam und berichtete, dass man die beiden Verdächtigen in den Verhörraum gebracht hatte, informierte ihn Ina kurz über die Vergangenheit der Beiden. “Also, Erickson und Dusgrave sind der Polizei nicht unbekannt. Dusgrave hat fünf Vorstrafen wegen Körperverletzung und eine wegen versuchten Mordes. Erickson hat drei Vorstrafen, davon eine wegen Drogenhandel, die anderen einmal für Steuerhinterziehung und eine für Betrug. Sie hängen aber in viel mehr Sachen drin, die hier sind bloß die Sachen, die man ihnen nachweisen konnte. Ich übernehme Erickson, sie kümmern sich um Dusgrave.” Wenig später saß Ina in einer Verhörraum einem dünnen, labil wirkenden Mann von etwa fünfzig Jahre alten Mann gegenüber.  “Sie sind also Peter Erickson? 52 Jahre alt, Besitzer eines Restaurants, vorbestraft wegen Drogenhandel, Steuerhinterziehung und Betrug?” Mit seiner monotonen Stimme bestätigte der Mann dies.

“Nun Herr Erickson, sie waren am 27. April auf der Feier im Privathaus von Ibrahim Ovic?”

“Richtig”, bestätigte Erickson.

“Sie kamen gemeinsam mit Michael Dusgrave und verspäteten sich aufgrund eines Staus auf der Autobahn um 15 Minuten?”

“Auch das ist richtig. Als wir in Ibrahims Haus kamen, hatten die Anderen gerade die Leiche gefunden und die Polizei gerufen. Die Polizisten trafen fünf Minuten nach uns ein.”

“Nun Herr Erickson, es gab am betreffenden Abend auf keiner der Zufahrtsstraßen einen Stau. Außerdem sagte eine Nachbarin aus, ihren Wagen schon wesentlich früher an der Straße vor der Villa gesehen zu haben. Also waren sie schon auf dem Gelände Ovic’. Was haben sie dort getan?”

“Weder Dusgrave noch ich waren im Gebäude. Wir waren arg früh dran, deshalb sind wir noch in ein nahes Café gegangen. Aber dort haben wir die Zeit dann vertrödelt und sind zu spät gekommen. Den Stau haben wir dann als Ausrede genommen.”

Ina konnte an der Argumentation des Mannes keine Lücke finden und verließ erst einmal den Raum, um sich mit Lars auszutauschen. “Und Lars, hat dein Verhör irgendwelche Ergebnisse gebracht? Bei mir war es ergebnislos.” Auch Lars hatte nicht Frohes zu berichten. “Die beiden sind echt harte Nüsse”, meinte Ina. “Uns bleibt nichts Anderes über, als sie wieder frei zu lassen. “

Spät am Abend lass sich Ina noch mal den SMS-Speicher des Handy von Ovic durch. Da entdeckte sie eine bisher unbeachtete Kurznachricht.

Geh v. der Party in den G.

Wir müssen dir wichtig. Infos geben

Die Rufnummer war nicht gespeichert, aber auf einmal war der Fall für Ina klar. Sie dachte an einen bestimmten Satz von Erickson.

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Wer war der Täter?

Wir waren nicht im Gebäude, hatte der Schwede gesagt. Er sagte die Wahrheit. Die beiden Männer hatten Ovic mit der SMS in den Garten gelockt und ihn dort getötet. Dann hatten sie die Leiche durch das Fenster ins Gebäude gewuchtet. Vielleicht hatten sie einen Komplizen, denn das Messer, mit dem Ovic erstochen wurde, war eines aus der Sammlung des Geschäftsmannes. Außerdem musste die Leiche vor die Treppe gezerrt worden sein. Am Tatort wurden keine Schmutzspuren gefunden, außerdem war das Fenster zu hoch, um hineinzuklettern. Also musste im Haus ein Komplize sein. Vielleicht einer der Gäste, oder aber ein bestochener Hausangestellter. So musste es gewesen sein.

Ina ließ Erickson und Dusgrave festnehmen. Die beiden Männer wurden ins Verhör genommen. Zunächst leugneten beide, aber später gestand Dusgrave. Ovic sei ausgestiegen, weil ihm das Risiko zu hoch war. Erickson versuchte vergeblich, seinen Komplizen zum Schweigen zu bringen. Dusgrave schilderte den genauen Tatablauf und wie sie einen Dienstburschen gegen Zahlung von einhunderttausend Kronen {umgerechnet knapp 12.000 Euro} dazu gebracht hatten, bei ihrem Plan teilzunehmen. Schließlich kam Ina zur entscheidenden Frage: “Wann findet der Deal statt?” Erickson schwieg beharrlich, aber Dusgrave wollte anscheinend durch gute Zusammenarbeit mit der Justiz sein Urteil mildern. “Der Deal läuft am 8. Mai, also heute in einer Woche. Es geht um Kokain im Straßenwert von fast einer Milliarde Kronen. Im Hafen von Göteborg am Kai 7.”

Sieben Tage später waren Ina, Lars und noch 60 weitere Polizisten am entsprechenden Kai. Etwa dreißig bewaffnete Männer nahmen die Lieferung in Empfang. Ein Schiff aus Panama lief ein. Wenig später wurden weißen Plastikkisten von Bord getragen. “Zugriff!”, hörte Ina den Einsatzleiter murmeln. Wenige Augenblicke später stürmten die Polizisten auf den Kai. Mehrere Männer wurden sogleich überwältigt, andere aber verschanzten sich auf dem Schiff. Es kam zu einer Schießerei. Ina überließ diesen Part den ausgebildeten Männern des Sondereinsatzkommandos. Nach einer Viertelstunde stürmten die Polizisten das Schiff und nahmen alle an Bord befindlichen Personen gefangen. Fünf Polizisten waren verletzt worden, drei Gangster waren bei der Schießerei getötet worden, fast alle anderen verletzt.

Epilog

Drei Monate später trat Ina aus dem Gerichtsgebäude in Stockholm. Michael Dusgrave war zu wegen guter Zusammenarbeit mit der Polizei zu “nur” elf Jahren Gefängnis verurteil wurde, während Peter Erickson die volle Härte des Gesetzes zu spüren kam. Lebenslange Haft.

In der folgenden Woche kam das Urteil der Richter aus Göteborg. Die großen Bosse des Deals waren zu zehn Jahren Haft, ihr Handlanger zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Und Ina wandte sich anderen Fällen zu.

(Jonas)

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